Bali abseits des Zentrums – warum Penestanan für mich der richtige Ort war
Bali war für mich nie nur das Bild aus Instagram.
Diese Insel kann laut sein, voll, widersprüchlich und gleichzeitig unglaublich ruhig, wenn man ein paar Schritte zur Seite geht.
Ich liebe Ubud. Wirklich.
Die Energie, die Yoga-Vibes, diese besondere Mischung aus Kultur und Kreativität.
Aber ich merke auch schnell, wenn mir zu viel wird: Verkehr, Menschen, Reize.
Deshalb habe ich mich bewusst nie mitten ins Zentrum gesetzt, sondern Orte gesucht, die nah genug dran sind und trotzdem Luft lassen.
Genau diese Gegensätze haben Bali für mich spannend gemacht.
Nicht die einzelnen Highlights, sondern die Frage:
Wo fühlt es sich richtig an – und warum?
Penestanan – Bali, wie es sich für mich richtig anfühlt
Penestanan ist für mich nicht einfach ein Ort auf Bali.
Es fühlt sich nach Zuhause an, auf eine leise, unaufgeregte Art.
Ich war zum ersten Mal dort, lange bevor ich wusste, wie sehr mich diese Insel begleiten würde.
Damals habe ich einige Zeit in Penestanan in einer balinesischen Familie verbracht.
Der Alltag war einfach und klar: morgens im Hof sitzen, Sprachunterricht in Bahasa Indonesia, lernen, wie man die kleinen Opfergaben für den Tag faltet. Oft bin ich früh los, zu Fuß Richtung Campuhan Ridge Walk, meine morgendlichen Runden zwischen Grün und Reisfeldern. Gegessen habe ich meist in einem kleinen, authentischen Warung. Im Dorftempel habe ich Feste und Zeremonien miterlebt. Nichts Inszeniertes, nichts für Besucher gedacht. Einfach Alltag. Und für mich: magisch.
Penestanan war ruhig, bodenständig, echt.
Und trotzdem war all das nah, was ich an Ubud liebe: diese besondere Mischung aus Bewegung und Rückzug, aus Spiritualität und Alltag und dieser feine Duft von Räucherstäbchen, der untrennbar dazugehört. Yoga-Studios, Tempel, Essen in all seinen Formen, kleine Läden und der Markt, eingebettet zwischen Reisfeldern – alles existiert nebeneinander. Man kann eintauchen, sich treiben lassen, oder bewusst Abstand halten.
Genau diese Vielfalt, auch mit all ihrem Trubel, macht Ubud für mich aus.
Und Penestanan war der Ort, von dem aus sich das gut anfühlte.
Zurückkommen – und wieder ankommen
Einige Jahre später kam ich erneut nach Bali zurück, diesmal mit meinem Partner.
Nach einer intensiven Zeit unterwegs haben wir uns bewusst nach einem Ort gesehnt, der ruhig ist, aber nicht abgeschieden.
Und obwohl sich vieles verändert hatte, war dieses Gefühl sofort wieder da:
Ankommen.
Nicht mitten im touristischen Trubel, sondern zwischen balinesischen Familien.
Mit Hühnern, Mopeds, Tempelklängen und einem Alltag, der sich nicht nach Durchreise anfühlt.
Nah an Ubud – aber nicht mittendrin
Penestanan liegt nah an Ubud, aber nicht so nah, dass man automatisch Teil des Zentrums ist.
Zu Fuß ist es durchaus ein Stück, viele fahren diese Strecke mit dem Roller. Ich selbst habe mich auf meiner ersten Reise allein nicht getraut, Roller zu fahren, und war viel zu Fuß unterwegs.
Gerade dadurch habe ich die Umgebung intensiver wahrgenommen.
Für mich lag genau darin der Reiz:
Ubud nutzen zu können, wenn ich Lust auf Bewegung, Inspiration oder Begegnung hatte
und mich danach wieder zurückzuziehen, an einen Ort, der leiser ist.
Ubud war für mich immer ein Ort der Möglichkeiten.
Nicht im Sinne von „mehr“, sondern von Wahlfreiheit.
Man kann eintauchen oder Abstand halten. Beides fühlt sich richtig an.
Was Penestanan für mich zeigt
Penestanan steht für mich stellvertretend für das, was Bali ausmacht
und warum diese Insel so unterschiedlich erlebt werden kann.
Es geht nicht darum, wo man ist.
Sondern darum, wie nah man an dem lebt, was sich für einen richtig anfühlt.
